Klangschule

111 Musiker und der Orga-Tross der jungen norddeutschen philharmonie haben im Innerstädtischen Gymnasium Rostock ihr Quartier für die nächsten zwei Wochen bezogen. Während die Schule bei unserer Ankunft noch leer und ruhig war, erfüllt heute schon Leben die Flure. Für Registerproben haben sich die Instrumentengruppen in der Schule verteilt. So waren zum Beispiel Mambo, Cha-cha-cha und Jazzrhythmen aus der West Side Story in der Aula zu hören und die kraftvollen Klänge der Feuervogel-Suite in der Turnhalle. Ein Gang durch die Schule gleicht damit einer musikalischen Weltreise von Puerto Rico nach Russland. Ein Blick auf das vielfältige Repertoire in diesem Sommer verrät, dass vor den Musikern in den kommenden Tagen ein hartes Stückchen Arbeit liegt. Das Programm umfasst dabei nicht weniger als sieben (!) Stücke, die es innerhalb von 9 Tagen zu erarbeiten gilt. Von den Symphonic Dances aus der West Side Story über die Rhapsody in Blue und der Feuervogel-Suite geht es bis zur Neukomposition Meeresbrandung des jungen Dirigenten Sven Daigger. Das vollständige Konzertprogramm der jungen norddeutschen philharmonie für diese Saison ist hier zu finden.

Heute Abend ist auch Alexander Shelley angereist. Der Chefdirigent der Nürnberger Symphoniker übernimmt in diesem Jahr die Leitung der jungen norddeutschen philharmonie. Ein Portrait über ihn findet Ihr in der aktuellen Ausgabe der concerti. In den nächsten Tagen werden wir ein ausführliches Interview mit ihm führen und ihn zu seiner Arbeit mit jungen Musikern befragen, für die er im Jahr 2012 bereits mit dem Echo-Klassik in der Kategorie „Nachwuchsförderung“ ausgezeichnet wurde.

Neben einem straffen Probenplan haben die Arbeitsphasen der jnp natürlich auch ausgleichende Aktivitäten im Programm. Unser Vorstandsvorsitzender Konstantin bietet jeden Morgen Yoga an und die Abende werden im wunderbar grünen Innenhof genutzt, um gemeinsam das ein oder andere Bier zu trinken. Wahre Start-up Atmosphäre in der Klassik-Szene! Warum der sehr entspannte Alexander Shelley die Schule mit einem Augenzwinkern und dem Hinweis betrat, dass es seltsam rieche, bleibt jedoch weiterhin ein Rätsel. Vielleicht können wir da in dem anstehenden Interview nochmal nachhaken.

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