#etruschka

Mit #etruschka setzt die junge norddeutsche Philharmonie eine Projektreihe fort, die durch ihr unkonventionelles Konzept das Publikum in ihren Bann gezogen hat. Nach #sacrelektro, dass neben dem Sommerprojekt das erfolgreichste Projekt im letzten Jahr war, widmet sich die jnp dieses Jahr einem weiteren Ballett von Stravinsky: Petruschka ist die Geschichte der gleichnamigen Gauklerpuppe auf dem Jahrmarkt in St. Petersburg.

Retrospektive einer Puppe

Das Originalwerk ist ein Repertoirestück, dem man selbst bei einer rein orchestralen Aufführung nichts hinzufügen muss und so wird es auch zu hören sein.
Doch in der zweiten Hälfte wollen wir die Grenze der Tradition überschreiten und ein Stück präsentieren, das Petruschka als Inspirationsquelle nimmt und eine Fortsetzung erzählt, in deren Umsetzung das klassische Sinfonieorchester um ein elektronisches Register erweitert wird.
Der Komponist und Live-Elektronik-Künstler Joe Snape hat sich mit dem Schicksal der Puppe auseinandergesetzt und nimmt uns in seiner Komposition mit zur Retrospektive der gealterten Puppe, durch ein Wechselbad der Emotionen.

Die Folklore von heute

Die Folklore ist ein Leitmotiv im Lebenswerk von Stravinsky. Doch was ist die Folklore von heute? Wir verbinden mit ihr bittersüße Nostalgie, die mit ihrer Einfachheit besticht. Vor allem ist sie aber das verbindende Element zwischen den Generationen.

Als Sinfonieorchester sieht sich die jnp als Hüter der klassischen Musikkultur.
Doch sie möchte nicht nur die vorhandene Szene bedienen, sondern die Innovation in der Tradition zu suchen.
Und dafür nehmen wir bei #etruschka die Folklore als Ausgangspunkt, denn während klassische Musik zunehmend von einer gesellschaftlichen Elite bewahrt wird, so zieht sich die Folklore durch alle Alters- und Gesellschaftsstufen. Mit dieser Idee als Grundlage möchten wir die Brücke zu einem neuen und jungen Publikum schlagen.

Klassik live - live Elektronik

Bei #etruschka trifft die Welt der klassischen Musik auf die der elektronischen Musik. Die jungen Musiker der jnp vereinen diese beiden in sich und zeigen auf, dass es nicht kontrovers ist einerseits klassische Musik zu lieben, auf höchstem Niveau zu spielen und trotzdem mit voller Seele im Nachtclub zu tanzen. Und sie wissen, weder ist klassische Musik grundsätzlich prüde, noch ist elektronische Musik grundsätzlich banal und es gibt sogar Gemeinsamkeiten.

Auch dieses Jahr wird wieder Christoph Altstaedt die künstlerische Leitung übernehmen, der durch seine Offenheit und Freude an neuen Ideen die jnp mitgestaltet und bereichert. Mit ihm werden wir unseren ersten Auslandsauftritt in der Neuen Philharmonie Stettin in Polen haben, neben den Konzerten in der Elbphilharmonie und dem Konzerthaus Berlin.