Ein Sommer mit Nicolas Altstaedt

Trotz seines Wohnorts in fußläufiger Distanz von unserem Büro, fand dieses Gespräch zwischen Nicolas Altstaedt, dem Cellosolisten des jnp-Sommerprojekts und jnp-Gründer Clemens per Skype zwischen New York City und Berlin statt. Nicolas Altstaedt bringt die Zeitverschiebung jedoch nicht im Geringsten aus dem Takt:

                                         Er ist unterwegs zu Hause – denn dort spielt die Musik.

Nicolas Altstaedt Photo: Marco Borggreve
Nicolas Altstaedt
Photo: Marco Borggreve

Musizieren mit dem Bruder…

…bedeutet mir viele Kindheitserinnerungen, wie das gemeinsame Proben im Wohnzimmer. Aber auch jetzt ist das gemeinsame Musizieren schön und spannend, weil wir uns so selten sehen. Es ist dann immer eine wunderbare Gelegenheit, sich auf persönlicher Ebene wieder näher zu kommen und sich auszutauschen. Die Musik ist dann der Weg, der uns privat wieder zusammen führt.

Ein Sommer mit der jnp…Abenteuer, Neugierde, Offenheit!

Ich freue mich generell sehr, mit jungen Leuten zusammen zu spielen. Es tut gut, ist erfrischend und wichtig, um sich selbst erneuern zu können.

Der perfekte Abend nach dem Konzert…

…Er kann euphorisch sein, ganz still sein, glücklich sein, nachdenklich sein.

Ich finde es immer wunderbar, wenn man die Zeit nach einem erfüllten Konzert in Gemeinsamkeit verbringt und den Moment des Konzertes weitertragen kann: Entweder mit den Leuten, mit denen ich auf der Bühne gestanden habe oder auch mit den Zuhörern, die Teil dieses Ereignisses waren. Es ist nicht schön, wenn man nach einem Konzert alleine nach Hause fährt…

Nikolas Altstaedt Photo: Marco Borggreve
Nicolas Altstaedt
Photo: Marco Borggreve

Brahms…

Brahms ist Jugend und Alter zugleich. Er ist Reife, Melancholie, Lebensfreude. Einfach groß. Nicht wirklich zu greifen, nicht wirklich zu fassen, weil er so reich ist in jeder Facette, in jeder Nuance. Die Musik ist vom Klang und von den Emotionen so subtil und differenziert und so reich, so komplex und immer ehrlich. Nie prätentiös. Einen Klang für Brahms zu finden, ist etwas sehr, sehr Schwieriges. Er ist ein Komponist, an dem ich noch viel arbeiten werde.

Dutilleux…

Ein Jahrtausendkomponist. Seine Musik ist Poesie und spricht den Menschen auf allen Ebenen an. Erschreibt Musik, die zeitlos ist, die auf die Natur bezogen ist und die schon immer irgendwie da war. Es ist keine Musik, die im hellen Lichte klar und direkt strahlt, sondern vielmehr ist es ein riesiger Kosmos.

Nicolas Altstaedt Photo: Marco Borggreve
Nicolas Altstaedt
Photo: Marco Borggreve

Das Leben als Cellist…

Meistens ist es wunderbar, weil man immer in Begleitung eines Partners ist, der treu ist, der einen herausfordert und bei dem man alles findet. Man nimmt durchaus einige Bürden auf sich, man denke an das Fliegen. Aber dafür ist man nie allein: Man hat immer einen Partner bei sich.

Schattenseiten des Musikerberufs…

Gibt es nicht! (lacht) Ich glaube, wir haben ganz großes Glück, als Musiker zu leben! Musik ist das

Schönste, womit man das Leben füllen kann…

                                      …und ein Leben ohne Musik könnte ich mir nicht vorstellen…

Nicolas Altstaedt Photo: Marco Borggreve
Nicolas Altstaedt
Photo: Marco Borggreve

 

Nicolas Altstaedt trifft mit der jungen norddeutschen philharmonie im Projekt #orchestermitbums auf Vilde Frang (Geige) und seinen Bruder Christoph (Dirigent). Auf dem Pult steht dann das Cello-Konzert von Henry Dutilleux und das Doppelkonzert von Johannes Brahms.

Weitere Infos zu den Konzerten:

5. August 2016 | 19.30Uhr | Vorwärts-Halle, Schwerin
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6. August 2016 | 18.00Uhr | Haferscheune des Gutshauses, Stolpe bei Anklam
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7. August 2016 | 15.30Uhr | Areal Funkhaus Nalepastraße, Berlin
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9. August 2016 | 19.00Uhr | Mehr! Theater am Großmarkt, Hamburg
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10. August 2016 | 19.30Uhr | Halle 207, Rostock
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Clemens Seemann

Clemens ist Gründer und Geschäftsführer der jungen norddeutsche philharmonie. Er läuft Marathon und isst gerne Eis, lebt in Berlin und hat Physik studiert. Als Musiker spielt er noch erste Takte großer Klavierwerke und ließt Partituren ebenso gerne wie gute Bücher.

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