Sieben Jahre jnp – eine Standortbestimmung

Aus Spaß wurde Ernst und Ernst ist sieben Jahre alt… Mitten in der #crunchtime, kurz vor dem Start ins Sommerprojekt blicken wir auf die Wegstrecke zurück, welche die jnp mittlerweile hinter sich gebracht hat.

Im Jahr 2010 hatten drei 19-jährige Jungs im Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern genug Lübzer Pils in den Adern und Flausen im Kopf, um die junge norddeutsche philharmonie zu gründen. Businessplan, Marktanalyse und ein pralles Bankkonto konnten die Gründer nicht vorweisen, dafür aber hinreichend Naivität, Leidenschaft und Beharrlichkeit.
Dank einiger wichtiger Geburtshelfer und der tatkräftigen Unterstützung vieler begeisterter Freunde, konnten erste Projekte umgesetzt werden. Bei einer Gründung dabei zu sein und zum ersten Mal eine Bühne zu bauen, Kippendienst zu organisieren oder ein Fußballturnier zu spielen, löste eine einzigartige Dynamik in der jungen jnp aus. 1.000 Ideen, 100.000 Handgriffe, unzählige geteilte Gänsehautmomente. Alles ehrenamtlich, alles neben dem Studium, alles für die jnp!

Der bierselige Wahnsinn, ein klares Ziel und ein schnell wachsendes Netzwerk waren fruchtbarer Nährboden für die Entwicklung von einem aufregenden Projekt hin zu einem professionellen Jugendorchester der Zukunftsmusiker Norddeutschlands. Zahlreiche Musiker machen seitdem während ihrer Ausbildung bei der jnp Station. Gemeinsam mit erstklassigen Dirigenten und Solisten sammeln sie Orchestererfahrungen, werden mit der Anpackermentalität der jnp infiziert und kommen mit weiteren unabhängigen Musikerpersönlichkeiten in Kontakt, die Alternativen zum bestehenden Ausbildungsangebot suchen. Den Weg von der Idee zum Projekt durchliefen u.a. auch die Mitglieder des ensemble reflektor, die sich bei den #kammerton-Projekten der jnp kennenlernten und im Jahr 2014 die erste Ausgründung wagten.
Ebenfalls im Jahr 2014 schlug die jnp mit erneuerter Teamstruktur und dem Aufbau einer hauptamtlichen Geschäftsführung einen Weg ein, der den ehrenamtlichen Vorstand entlastete und Erfahrungen sowie Kontakte kontinuierlich absichern konnte. Neben dem Vereinssitz in Rostock, wurde ein Büro in Berlin eingerichtet, welches bis heute als Zentrale für das überregionale jnp-Team dient.
In die gleiche Zeit fiel auch die verstärkte Fokussierung auf innovative Konzertformate für großes Orchester, um dem Anspruch zu untermauern, ein junges Publikum zu begeistern. Dahingehend wurden in letzter Zeit vermehrt interdisziplinäre Ideengeber ins Team integriert, welche die jnp-Musiker sinnvoll mit ihren Impulsen ergänzen.

Das ausdauernde Überwinden von Stolpersteinen hat der jnp Erfolge beschert: a.) Uns gibt es im siebten Jahr immer noch und die jnp wächst dank hochkarätiger Unterstützer und Förderer weiter, b.) Wir konnten bereits etwa 750 Musikerpersönlichkeiten und mehr als 50.000 Konzertteilnehmer mit unser Arbeit begeistern und so unsere Ziele in der Ausbildungsförderung und in der Ausrichtung innovativer Konzertformate erreichen, c.) wir haben von der Standortinitiative „Land der Ideen“ sogar eine Auszeichnung erhalten.
In den kommenden Jahren wird die jnp sich verstärkt der Frage widmen, wie sie als überregionales Netzwerk junger Kulturschaffender, klassische Musik aus den Kulturmetropolen Hamburg und Berlin in den ländlichen Raum zurückführen kann. Gleichzeitig bekennen wir uns zum wiederbelebten Funkhaus Berlin Nalepastraße, indem wir dort mit dem DETECT CLASSIC FESTIVAL eine Plattform für innovative Klassikkonzepte etablieren. Auch die Elbphilharmonie in Hamburg spielt in den Zukunftsplänen der jnp eine zentrale Rolle.
Die jnp lebt bis heute vom hohen ehrenamtlichen Einsatz, der durch wertvolle Erfahrungen, Begegnungen und Erfolgserlebnisse aufgewogen wird. Jeder Cent wird in bessere Projekte, noch professionellere Bedingungen und in die nachhaltige Stärkung der Strukturen investiert.
Dank des unermüdlichem Einsatzes vieler junger Macher und Macherinnen hat die jnp es von der Luftmatratze in Warnemünde in die Elbphilharmonie geschafft und trotzdem gibt es noch viel zu tun: Die jnp hat laufen gelernt und kommt nun ins Schulalter. Der Reiz der wilden Gründungszeit verändert sich zu der Herausforderung, mit langen Atem ein projektorientiertes Jugendorchester langfristig abzusichern und gleichzeitig agil und innovationsfreundlich zu bleiben. Motivierte, engagierte und querdenkende Menschen machen den Unterschied bei der jnp und wir freuen uns über jeden (!) Handgriff, welcher das Netzwerk jnp mit seinen Zielen voranbringt.

In diesem Sinne freuen wir uns …

… die Ernte des vergangenen Jahres einzufahren, u.a. bei den Konzerten im Funkhaus Berlin [Tickets], in der Elbphilharmonie, bei den Festspielen MV und dem Choriner Musiksommer
… auf zahlreiche neue Musikerpersönlichkeiten, Teammitglieder und Unterstützer, die uns bei der jnp-Mission begleiten möchten
…auf die Entwicklungsschritte, die im Jahr 2018 auf uns warten

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Tom Postel

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